Was ist Unraid — und warum es das beste OS für Home-Server ist.
Unraid ist ein NAS-Betriebssystem von Lime Technology, das sich von klassischen RAID-Lösungen wie TrueNAS oder Synology DSM grundlegend unterscheidet. Der Kernunterschied: Festplatten müssen nicht gleich groß sein. Du kannst eine 4 TB, eine 8 TB und eine 12 TB Platte zusammen in einem Array betreiben — Unraid kümmert sich um den Rest.
Das Schutz-Konzept heißt Parität: eine Platte wird als "Quersumme" aller anderen Daten reserviert. Stirbt irgendeine Daten-Platte, kann Unraid die kaputte komplett rekonstruieren. Das ist sicherer als RAID 0, einfacher als RAID 5, und vor allem flexibler beim Erweitern: einfach eine neue Platte rein, in der Web-Oberfläche zuordnen, fertig. Kein Pool-Rebuild, kein Datenverlust.
Warum Unraid und nicht TrueNAS, Proxmox oder OMV?
vs. TrueNAS: ZFS ist mächtiger, aber unflexibel — Platten müssen gleich groß sein, Pool-Erweiterung ist eine Wissenschaft für sich. Unraid ist 80 % vom Funktionsumfang, 20 % vom Lernaufwand.
vs. Proxmox: Proxmox ist ein Hypervisor, kein NAS. Brauchst du, wenn du primär VMs willst. Für ein Storage-zentrisches Setup mit ein paar Containern ist Unraid simpler.
vs. OpenMediaVault: OMV ist kostenlos und solide, aber die Docker-Integration ist deutlich rudimentärer als der Community Applications Store bei Unraid.
Was bei Eigenbau schiefgehen kann.
Wir bauen Home-Server seit Jahren. Hier eine ehrliche Liste von Dingen, die bei Eigenbau-Projekten regelmäßig schiefgehen:
Hardware-Kompatibilität
Manche Mainboards machen seltsame Sachen mit USB-Bootmedien, manche RAM-Module sind nicht XMP-stabil, manche HBAs benötigen Firmware-Updates. Wir testen jede einzelne Komponente und dokumentieren, was funktioniert.
Burn-in
Neue Hardware hat eine "Bathtub Curve" — die meisten Defekte zeigen sich in den ersten 48 Stunden Volllast. Wir lassen jeden Server 48 Stunden im Burn-in-Test laufen (Memtest, Stress-NG, HDD-Bad-Block-Test), bevor er das Haus verlässt.
Lizenz-Aktivierung
Unraid-Lizenzen sind an den USB-Stick gebunden. Wenn dein Boot-Stick stirbt, ist die Lizenz nicht weg, aber der Replace-Prozess kann nerven. Wir verbauen Markenware (SanDisk Cruzer Fit, Industrie-Grade) und liefern die Lizenz-Karte mit.
Netzwerk-Config
WireGuard einrichten, DynDNS verkabeln, Port-Forwarding sauber konfigurieren — die meisten Anleitungen sind veraltet oder unvollständig. Wir machen das für dich, mit Setup-Videocall.
Die drei Modelle.
| Modell | Home | Pro | Max |
| CPU | Intel N305 · 8 Kerne · 15W | i5-14500 · 14 Kerne · Quicksync | Ryzen 9 7900 · 12 Kerne |
| RAM | 16 GB DDR5 | 32 GB DDR5 | 64 GB DDR5 ECC |
| HDD-Slots | 6 | 8 | 10 |
| NVMe-Cache | 500 GB | 1 TB | 2 TB |
| GPU | iGPU N305 | Intel Quicksync (iGPU) | + Intel Arc A380 |
| VM-fähig | begrenzt | ja | ja, dediziert |
| USV | — | inklusive | 1500 VA inklusive |
| Container inkl. | 3 | 5 | 7 |
| Startpreis | 1.290 € | 2.470 € | 4.750 € |
Welches Modell passt? Faustregel:
→ Home, wenn du primär Cloud + Backup ersetzen willst, max. 2-3 Container, wenig Streaming.
→ Pro, wenn 4K-Transcoding und mehrere parallele Plex/Jellyfin-Streams im Haushalt nötig sind, plus AI-Container wie Frigate.
→ Max, wenn du Game-Server, schwere VMs oder GPU-beschleunigte Workloads (Stable Diffusion, lokale LLMs) auf dem Server fahren willst.
Was ist bei jedem Unraid-Server dabei?
Lizenz
Unraid-Lizenz (Basic, Plus oder Pro je nach Modell) ist einmalig im Kaufpreis enthalten. Kein Abo, keine Folgekosten. Bei Modell Max ist die "Lifetime"-Lizenz dabei (uneingeschränkte Festplatten-Anzahl).
Vorinstallierte Plugins
Dynamix System Stats, Community Applications, CA Auto Update Apps, Fix Common Problems, Unassigned Devices — alles bereits installiert und konfiguriert. Bei Modell Max zusätzlich GPU-Plugins.
Container-Pakete
Je nach Modell 3-7 Docker-Container deiner Wahl bereits eingerichtet: Nextcloud, AdGuard Home, Jellyfin, Immich, Vaultwarden, Home Assistant, WireGuard und mehr. Weitere für 25 € einmalig.
Doku & Setup-Call
Anleitung auf Papier (für die "ich-google-das-im-Notfall"-Situation), Zugangsdaten-Karte, und ein 30-Min-Videocall für die Inbetriebnahme. Wir gehen mit dir die Web-Oberfläche durch, richten den Fernzugriff ein, beantworten Fragen.
Häufige Fragen zum Unraid-Komplettsystem.
Kann ich später selbst Hardware aufrüsten?
Ja, uneingeschränkt. Unraid ist Standard-Linux-Hardware. Du kannst RAM tauschen, HDDs hinzufügen, NVMe upgraden, sogar das Mainboard wechseln — die Konfiguration wandert auf dem USB-Stick mit. Die Lizenz bleibt gebunden an den USB-Stick.
Welche Unraid-Lizenz bekomme ich?
Modell Home: Basic (max. 6 Storage-Devices). Modell Pro: Plus (max. 12). Modell Max: Lifetime/Pro (unlimited). Alles vorhandene Lizenz-Tiers von Lime Technology, jederzeit upgradebar wenn du wachsen willst.
Was ist mit Updates? Bricht da nicht regelmäßig was?
Unraid-Updates sind in der Regel stabil und werden von uns vor Empfehlung getestet. Mit dem optionalen Premium-Abo (69 €/Monat) übernehmen wir das Update-Management proaktiv — du musst nichts klicken, wir testen vorher, machen ein Backup, ziehen das Update auf deinem Gerät durch.
Kann ich mehrere Festplatten-Größen mischen?
Ja, das ist genau der Vorteil von Unraid gegenüber RAID. Du kannst eine 4 TB, eine 8 TB und eine 12 TB Platte zusammen betreiben. Einzige Regel: die Paritäts-Platte muss mindestens so groß sein wie die größte Daten-Platte.
Funktioniert GPU-Passthrough zu VMs?
Beim Modell Max ja — die Intel Arc A380 ist explizit dafür gedacht, an eine VM durchgereicht zu werden (Gaming-VM, Rendering, oder als zweite Workstation). Bei Pro/Home gibt es nur die iGPU, die du Containern (Plex, Jellyfin) zuweisen kannst.
Gibt es ein Test-Setup für 30 Tage?
Nein, aber 14 Tage gesetzliches Widerrufsrecht plus 30-Min-kostenlose Beratung vor dem Kauf. Wenn du nach Erhalt feststellst, dass es doch nicht passt, kannst du den Server zurückschicken. Hinweis: die Container-Konfiguration ist dann nicht refundabel, also lass uns vorher reden.