Wer das hier liest, weiß schon, was er will.
Wenn du nach einer Synology-Alternative suchst, hast du wahrscheinlich schon eine DS923+ oder DS1522+ im Warenkorb — und etwas hat dich stutzig gemacht. Vielleicht der schwache Ryzen R1600, der bei 4K-Transcoding einknickt. Vielleicht das Preisschild von ~900 Euro ohne Festplatten. Vielleicht die zunehmende Einschränkung auf "Synology-zertifizierte" Festplatten. Vielleicht der Frust, dass DSM zwar hübsch aussieht, aber unter der Haube ein geschlossenes System ist.
Das ist legitim. Synology hat die letzten Jahre eine Strategie gefahren, die dem Vendor Lock-in-Spielbuch von Apple sehr ähnelt: schöne Software, aber zunehmend abgeschottet. Die Frage ist nur, ob du das mitgehen willst.
Direkter Vergleich: DS923+ vs. Private Box Pro
| Merkmal | Synology DS923+ | Private Box Pro |
| CPU | AMD Ryzen R1600 (2 Kerne, 2018) | Intel Core i5-14500 (14 Kerne) |
| RAM (Standard) | 4 GB | 32 GB DDR5 |
| HDD-Slots | 4 (max. 9 mit DX517) | 8 SATA, jederzeit erweiterbar |
| 4K-Hardware-Transcoding | Nein (R1600 ohne iGPU) | Ja (Intel Quicksync) |
| NVMe-Cache | 2× M.2 (Synology-Lock-in) | 1 TB NVMe inklusive, jede Marke |
| Betriebssystem | DSM (proprietär, closed) | Unraid (lizenziert, Standard-Linux) |
| Docker/VMs | Eingeschränkt durch DSM | Vollständig, unlimitiert |
| HDD-Zwang | "Synology-zertifiziert" empfohlen | Jede Standard-NAS-HDD |
| Preis (ohne HDDs) | ~880 € | ab 1.450 € Basis |
| Preis mit 4× 8 TB HDDs | ~1.580 € | ab 2.470 € |
| USV inklusive | Nein (separat ~120 €) | Ja |
| Einrichtung | Selbst | Fertig konfiguriert geliefert |
Der Preisunterschied ist bewusst — Private Box liefert deutlich mehr Hardware-Power, eine USV, und das System ist schlüsselfertig eingerichtet. Bei Synology zahlst du die ~900 € und stehst dann selbst vor DSM, Container-Manager und Festplattenmigration.
Wo Synology besser ist (faires Spiel).
Drei Punkte, in denen die DS923+ vorne liegt
1. Strom-Verbrauch. Eine DS923+ im Idle braucht ~10-15 Watt. Eine Private Box Pro liegt bei ~35 Watt. Auf 24/7 hochgerechnet sind das ~60 Euro pro Jahr Mehrkosten. Wenn dir das wichtiger ist als alles andere, ist Synology besser.
2. Größe und Lautstärke. Die DS923+ ist kleiner und im Idle leiser. Wenn der Server ins Schlafzimmer muss, ist das ein echter Punkt.
3. Synology Photos und Drive für nicht-technische Familienmitglieder. Die Synology-eigenen Apps sind in Sachen "Mama installiert das Handy in 2 Minuten" minimal poliert. Nextcloud + Immich brauchen einmalig 5 Minuten mehr Setup.
Wenn diese drei Punkte für dich wichtiger sind als Leistung, Erweiterbarkeit und Software-Freiheit — dann nimm die Synology. Wir verkaufen dir nichts auf Krampf.
Warum Private Box für die meisten die bessere Wahl ist.
Du bekommst echte Hardware-Power
Der Ryzen R1600 in der DS923+ stammt von 2018 und hat keine integrierte Grafik. Heißt: kein Hardware-Transcoding. Wenn du Plex/Jellyfin nutzt und mehrere Streams gleichzeitig willst (typische Familie: Wohnzimmer 4K, Schlafzimmer 1080p, Kind unterwegs auf Handy), bricht das System ein. Intel Quicksync im i5-14500 macht das parallel und mühelos.
Kein Vendor Lock-in
Synology drängt zunehmend in Richtung "nur Synology-Festplatten" und versucht, dich an DSM zu binden. Wenn Synology irgendwann die Preise verdoppelt oder eine Funktion hinter einem neuen Abo versteckt — du hast keine Wahl. Unraid läuft auf jeder Standard-Linux-Hardware. Wenn dir das System nicht passt, kannst du es auf eigene Hardware migrieren. Die Festplatten kannst du in jedes andere Unraid-System stecken.
Plug & Play statt DSM-Tutorials
Synology gibt dir eine leere DSM-Oberfläche und sagt "viel Spaß". Die ersten Wochen bei einer DS923+ sind YouTube-Tutorial-Marathon. Private Box kommt mit Nextcloud, AdGuard und Docker-Containern fertig eingerichtet. Anleitung dabei, 30-Min-Setup-Videocall inklusive.
Du bezahlst für Service, nicht für Software-Abos
Bei Synology kosten viele Features extra: Surveillance Station ab Kamera 3, MailPlus, etc. Bei Private Box ist Unraid einmalig lizenziert und alle Open-Source-Container kosten nichts. Was du zahlst, ist Hardware + (optional) Support-Abo für menschliche Hilfe.
Total Cost of Ownership über 5 Jahre.
| Posten | Synology DS923+ | Private Box Pro |
| Hardware (mit 4× 8 TB) | 1.580 € | 2.470 € |
| RAM-Upgrade (auf 32 GB) | +220 € | inklusive |
| NVMe-Cache | +250 € | inklusive |
| USV (für stabilen Betrieb) | +120 € | inklusive |
| Einrichtung (ein Wochenende dein Aufwand) | — | inklusive |
| Strom (5 Jahre, +20W × 0,32 €) | — | +280 € |
| Gesamt nach 5 Jahren | 2.170 € | 2.750 € |
| Mehrpreis Private Box | — | +590 € |
Heißt: über 5 Jahre liegen ~590 Euro zwischen den Systemen — also etwa 10 Euro pro Monat. Dafür bekommst du: deutlich mehr CPU-Leistung, 4K-Transcoding ohne Limit, fertig eingerichtetes System, kein Vendor Lock-in, USV inklusive, freie Software-Wahl.
QNAP, Asustor, TerraMaster — und die anderen Alternativen.
Synology ist nicht der einzige NAS-Hersteller. Hier eine ehrliche Einordnung der häufigsten Alternativen:
QNAP: Hardware oft stärker als Synology bei ähnlichem Preis, aber QTS hat in den letzten Jahren Sicherheitsprobleme gehabt (Ransomware-Wellen 2022-2023). Wenn Sicherheit deine Priorität ist, eher nicht.
Asustor: Solider Underdog, gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Aber ADM ist ein noch geschlosseneres System als DSM, und der Ressourcen-Verbrauch beim Streaming ist mittelmäßig.
TerraMaster: Sehr günstig, aber die Hardware-Qualität schwankt und der Support ist nicht auf Synology-Niveau. Für Bastler in Ordnung, für "fertig kaufen und vergessen" weniger.
Eigenbau auf Unraid/TrueNAS: Theoretisch die beste Lösung — komplette Freiheit, beste Hardware. Praktisch: ein Wochenende Aufbau + Wochen an Konfiguration. Genau das nehmen wir dir ab.
Häufige Fragen zur Synology Alternative.
Kann ich meine Synology-Festplatten in eine Private Box umstecken?
Jein. Die HDDs als Hardware schon — aber Synologys SHR-Format ist proprietär und nicht direkt in Unraid lesbar. Wir helfen dir beim Datentransfer: HDDs neu einbinden, Daten von der Synology über Netzwerk migrieren, dann Synology verkaufen. Das macht der Markt mit ~50 % vom Neupreis problemlos.
Was passiert, wenn Synology irgendwann pleite geht?
Bei Synology: schwierig. Updates kommen vom Hersteller, deine HDDs sind im SHR-Format gebunden. Bei Unraid (Private Box): nichts. Unraid ist Standard-Linux mit XFS-Dateisystem. Die HDDs sind in jedem Linux-Rechner lesbar, das System läuft auch ohne Hersteller weiter.
Ich bin nicht technisch. Ist Unraid nicht zu kompliziert?
Im Alltag nicht. Unraid hat eine Web-Oberfläche, die ähnlich aussieht wie DSM. Du klickst, statt zu tippen. Der Unterschied: wenn du wirklich etwas Spezielles machen willst (z.B. einen Container von Hand starten), gibt Unraid dir die Möglichkeit. Bei Synology stößt du irgendwann an Wände.
Plex Pass — funktioniert das?
Ja, ohne Einschränkung. Auf der Private Box läuft Plex (oder Jellyfin, was wir empfehlen) als Docker-Container. Hardware-Transcoding mit Intel Quicksync funktioniert sofort. Bei der DS923+ funktioniert es schlicht nicht — kein iGPU.
Was ist mit Backup auf eine zweite Site (3-2-1-Regel)?
Wir bieten ein Off-Site-Backup-Paket: ein zweites kleines Gerät, das du z.B. bei Eltern oder Freunden aufstellst, mit verschlüsselter Sync. Das ist Pflicht-Setup für alle, die ihre Daten wirklich ernst nehmen — und bei Synology ein Extra-Aufwand, bei uns ein Klick.